Gestatten: Fuß

von Herbert Binninger

  • Wer schon unten ist, wird auch noch getreten;
    werd’ oft behandelt, als würd’s mich gar nicht geben.
    Die Körperlast ruht ganz auf mir,
    ich schufte wie ein armes Tier.

    Ich drücke die Kupplung, die Bremse, das Gas,
    stampfe mal zornig und tanze mit Spaß,
    ich laufe Treppen auf und nieder,
    geh tausend Schritte - immer wieder.

    Ich leist’ all dies für kargen Lohn!
    Wer kümmert sich um mich denn schon?
    Fast immer leb ich in Finsternis,
    schweißumhüllt, in feuchtem Verlies.

    Ganz, ganz oben, direkt unterm Haar,
    ist die selbe Haut, fürwahr!
    Die wird nicht getreten und auch nicht geschunden,
    mit Düften und Creme verwöhnt alle Stunden.

  • Ja, ja, die Unteren, Vergessenen, Kleinen,
    nun, wenn ich in Leder steck’, will ich nicht weinen.
    sind meine Treter aus Plastik, oh Graus,
    fleh’ ich bei jedem Schritt: laß mich heraus!

    Zerfetzte Futter, gerissenes Leder,
    krumme Sohlen und andere Fehler.    
    Dies ist mein Dasein Tag für Tag,
    mein Leben ist schwer, meist eine Plag’.

    Werd’ ich zu lange nicht gepflegt,
    sind meine Schuhe nicht korrekt,
    stellen sich bald Schmerzen ein.
    Sag’, o Mensch; muß dies denn sein?

    Jede Arbeit ist ihres Lohnes wert.
    Spare tüchtig, Mensch, aber nicht verkehrt.
    Ich laufe täglich weit für dich,
    denk’ bitte dran  -  "vergiß mich nicht!"



   Bequem-Schuhhaus KLOOS - Orthopädie-Schuhtechnik (Bad Berleburg)